Problemwölfe, von Agi Ofner

Was ich absolut nicht leiden kann ist, wenn sich in einem Buch die dramatischen Ereignisse immer mehr verdichten, bis sie zu dem unausweichlichen Ende führen, mit dem uns der Autor oder die Autorin eine wichtige Botschaft einbrennen will.

Bei „Problemwölfe“ kann man in dieser Hinsicht durchatmen. Es baut zwar mit der Zeit ziemlich Spannung auf, der Ausgang bleibt aber lange Zeit offen. Fünf Jugendliche mit ihren persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Zielsetzungen finden sich im Schneesturm auf einem Berg. Was sie dorthin getrieben hat, könnte unterschiedlicher nicht sein. Und auch ihr Zugang zum großen Streitthema im Dorf, nämlich Pro und Contra Wolf, ist durchaus nicht derselbe. Aber was sie schließlich doch eint, ist die Sorge um die jeweils anderen und der dringende Wunsch, dass der Dorfkrieg endlich aufhören soll.

So funktioniert Gemeinschaft: zuhören, nachfragen, dem anderen das anders Sein verzeihen.