Der Platz in dir, von Anna Maria Praßler

In Absam in Tirol gibt es ein Wallfahrtsbild, um das sich Legenden ranken. „Zufällig“ treffen dort verschiedene Menschen zusammen. Luisa, seit 2 Jahren im Rollstuhl, von ihren Eltern überbefürsorgt. Jona, seit dem Tod seiner Mutter „im Bauch des Wal“. Samir, ein syrischer Flüchtling, als Altenpfleger gut integriert, doch voller Trauer um seine Schwester, die er während der Flucht verloren hat. Hedi, eine seiner Schützlinge, ungläubig, doch vom Wallfahrtsbild eigentümlich berührt und an ihren verstorbenen Mann erinnert. Alissa, Jugendleiterin, deren Tatoo vom Wallfahrtsbild eine Signalwirkung auf Samir ausübt.

Sehr realitätsnah werden die Teenager beschrieben. Wir begleiten Luisa und Jona auf ihrem Weg der Bewältigung ihrer Lebenssituation. Luisa will ausbrechen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen, Jona zieht sich in sich selbst zurück. Miteinander (sie treffen einander zufällig) eröffnen sich plötzlich für beide neue Wege.

Dabei wird die Gnade, die vom Bild ausgeht, nur als Möglichkeit dargestellt. Wenn man offen aufeinander zugeht, kann sie erst richtig wirken. Und sie wirkt auf die jedem einzelnen Menschen eigene Weise, der man mit Respekt und Vertrauen begegnen sollte.

Nicht nur für Firmlinge