Bilder aus Aderklaa
Der Autor zieht für einige Monate in eine Jagdhütte in der Nähe des Hauses, in dem er aufgewachsen ist. So ist er zurückgekehrt in den Wald seiner Kinderzeit und zu seiner sterbenden Mutter. Erlebnisse im Dorf und mit dem Förster vermischen sich mit Bildern aus der Vergangenheit, aus der Zeit bevor er aufbrach, um die Welt zu sehen.
Wunderbar geschrieben.
Was für eine schöne Erfahrung, wenn man mit einer selbst erfundenen Geschichte in eine andere Welt eintreten kann! Die beiden Autoren locken uns dorthin. Mit ersten Sätzen, die schon ein bisschen Geheimnis in sich tragen und mit Fragezeichen-Bildern, die unsere Stellungnahme herausfordern.
Man muss das Buch nur aufschlagen und schon gelingt er, der Sprung in eine neue Welt. Unser Vorstellungsvermögen beginnt zu blühen.
Gestützt auf historische Daten entfaltet sich die Gestalt eines Fährmannes an einem Fluss, der am Ende des 19. Jahrhunderts in der unwirtlichen Nordküste Islands am Eismeer lebt. Ein paar Kilometer im Umkreis sind sein Lebensumfeld, aber das kennt er genau, Meer und Fluss, Land und Leute. Er ist Liebhaber, Säufer, Lebensretter, Robbenjäger, Dichter und einsamer Denker.
Ein literarisches Meisterwerk!
Annabelle lebt in einer Bauernfamilie, in der man liebevoll miteinander umgeht. Eines Tages wird sie vom Blitz getroffen. Sie überlebt wider Erwarten. Nachher ist sie so feinfühlig, dass sie die Tiere verstehen kann. Als in der Gegend einige Hunde verschwinden, auch der ihres kleinen Bruders, muss sie handeln.
Wunderbar wird die Gedankenwelt und die persönliche Reifung des Mädchens beschrieben, eingebettet in eine spannende Story. Für Jugendliche, aber auch ein all ages.
Aus dem Englischen übersetzt
Wenn man von einer Sache begeistert ist, unheimlich viel weiß und das dann auch noch lebendig und auch für den Laien verständlich vermitteln kann, ist das ein Glücksfall. „Ameisen“ ist so ein Fall. Spannend, faszinierend, informativ. Ein Buch, das zum Forschen einlädt.
Jede Woche gibt Janas Lehrer eine neue Sitzordnung vor, und jede Woche will jemand anderer nicht neben Jana sitzen. Sie ist das gewohnt, sie kennt es nicht anders. Bis Aleena in ihre Klasse kommt, ein selbstbewusstes Mädchen aus Afghanistan, das die Dynamik der Klasse umkrempelt. Beide werden auf den Geburtstag des intriganten Klassenlieblings eingeladen, und Jana ist aus gutem Grund misstrauisch. Ihr Vater kann ihr nicht helfen, der versucht vergeblich, mit Computerspielen Geld nach Hause zu bringen, und das ist immer knapp. Doch Jana hat bereits viele Wege gefunden, sich selbst zu helfen, auch wenn das anstrengend ist. Das Geburtstagsfest wird schließlich so schlimm wie erwartet, aber Jana sieht nun, dass sie und ihr Vater wirklich Hilfe von außen gebrauchen könnten – und dass sie in Aleena eine gute Freundin hat.
Mobbing, Armut, Flucht
Emma leidet unter dem Lärm in der Schule, die sie seit kurzem besucht. Deshalb trägt sie Kopfhörer, durch die sie Meeresrauschen hört. Als sie deswegen verspottet wird, stößt sie ein Kind um, das sich eine Platzwunde zuzieht. In der Folge muss sie zur Direktorin und bleibt einige Tage von der Schule zu Hause. Die verbringt sie im Forschungszentrum für Meeresbiologie, in dem ihre Eltern arbeiten. Sie freundet sich mit den Tieren an, die auch ihre Probleme haben. So will der Hai nicht ins Meer zurück, weil er Angst hat, wieder von einer Schiffsschraube verletzt zu werden und der Schwertwal hat ein Problem, das umgekehrt zu ihrem eigenen ist: er hört nichts. Zum Glück kann Emma verhindern, dass er ins Meer zurück muss, was seinen Tod bedeutet hätte.
Eine fantastische Geschichte, in der sich hochsensible Kinder wiederfinden und mithilfe der Meerestiere einen Lösungsweg finden können. Für therapeutische Zwecke hervorragend geeignet, für Kinder aller Altersstufen.
aus dem Ungarischen übersetzt
Hayden kann nicht weinen, auch als sein alter Hund stirbt. Seine Trauer entlädt sich in einer sinnlosen Wutattacke gegen den Tierarzt, die ihn ins Gefängnis bringt. Sein nächster Gewaltausbruch provoziert einen Racheakt, der ihm fast das Leben kostet. Während der Rekonvaleszenz taucht sein altes Leben wieder auf, das er so lange und so dringend verdrängen wollte. Ungerechtfertigte Schuldgefühle und ein tiefsitzender Hass auf seinen gewalttätigen Vater haben seine anfangs so glückliche Ehe überschattet. Erst als er sich damit auseinandersetzt, beginnt er zu verstehen, was Vergebung bewirkt. Und als er dann zum ersten Mal Tränen spürt, sind es Tränen der Freude.
Protagonisten, die man lieben muss!
Was ich absolut nicht leiden kann ist, wenn sich in einem Buch die dramatischen Ereignisse immer mehr verdichten, bis sie zu dem unausweichlichen Ende führen, mit dem uns der Autor oder die Autorin eine wichtige Botschaft einbrennen will.
Bei „Problemwölfe“ kann man in dieser Hinsicht durchatmen. Es baut zwar mit der Zeit ziemlich Spannung auf, der Ausgang bleibt aber lange Zeit offen. Fünf Jugendliche mit ihren persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Zielsetzungen finden sich im Schneesturm auf einem Berg. Was sie dorthin getrieben hat, könnte unterschiedlicher nicht sein. Und auch ihr Zugang zum großen Streitthema im Dorf, nämlich Pro und Contra Wolf, ist durchaus nicht derselbe. Aber was sie schließlich doch eint, ist die Sorge um die jeweils anderen und der dringende Wunsch, dass der Dorfkrieg endlich aufhören soll.
So funktioniert Gemeinschaft: zuhören, nachfragen, dem anderen das anders Sein verzeihen.
Während des Bosnienkrieges hat der schottische Autor Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung organisiert. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre eine weltweit agierende Hilfsorganisation, oder wie Magnus MacFarlane-Barrow sagt: Partnerschaft. „Mary’s Meals“ möchte nicht Almosen geben, sondern den Menschen in Hungergebieten, das geben, was ihnen fehlt. Kinder bekommen in der Schule eine warme Mahlzeit. Die Lebensmittel werden in der Region gekauft und die Menschen dort helfen beim Bau der Küche, beim Lebensmitteltransport und beim Kochen. Einheimische Kontrollore sorgen dafür, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. Finanziert wird das Ganze durch unzählige große und kleine Spender. Mit dem kleinen Beitrag von 22€ kann ein Kind ein Jahr lang in der Schule eine warme Mahlzeit bekommen. Für über 2 Millionen Kinder ist das schon der Fall. So wird nicht nur der Hunger bekämpft, sondern auch ein entscheidender Beitrag zur Bildung geleistet. Das Buch berührt nicht nur, es bringt etwas, was wir alle gut brauchen können: Hoffnung auf eine bessere Welt. Nicht umsonst wurde Magnus MacFarlane-Barrow unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt gewählt.
Wie kann ein Buch über das Sterben des Vaters derartig schön zu lesen sein? Dieser liebevolle Blick des Erzählers/ Autors. Die Geschichten aus dem Mund des Vaters. Der Einblick in eine uns fremde Welt. Der Blick in eine kommunistische Vergangenheit. Blumen im Garten. Tomatenpflanzen. Schwer zu sagen, was daran so besonders ist. Es ist einfach eine wunderbare Erzählung!
Aus dem Bulgarischen übersetzt.
Ercole ist 15. Seine Mutter ist vor 10 Jahren verschwunden. Der Vater überfordert. Seine große Schwester führt den Haushalt. Als sie zu ihrem Freund zieht, gerät das fragile Familiensystem ins Schwanken. Während Ercole sich auf die Suche nach seiner Mutter macht, vernachlässigt er seine Freundin Viola. Bald sitzt er zwischen allen Stühlen.
Der Autor hat einen sehr sympathischen Helden geschaffen, der sich inmitten aller Widrigkeiten und Dummheiten einen herrlich liebenswerten Kern bewahrt.
Aus dem Italienischen übersetzt
Unendlich viele Geschichten werden gedruckt und verschwinden nach einiger Zeit wieder von der Bildfläche. Wenn die Geschichten aber wirklich gut sind, ist es schade, wenn sie in Vergessenheit geraten. Deshalb habe ich begonnen, sie zu sammeln. Ich frage viele Menschen nach ihren Lieblingsbüchern, stöbere in Buchhandlungen und Antiquariaten und schreibe Rezensionen, die ich hier online stelle.